Fi-Naaa-Leeeee.

Nach einem wunderschönen Wochenende auf dem Land, kam ich gestern wohl mit etwas Rückenwind und ausgeruhten Augen zurück an meine Arbeit. Die letzte der sechzehn Platten war zwar schon vorgezeichnet, d. h. das Motiv übertragen, aber abgesehen von den Hauptlinien hatte ich noch nichts geritzt. Es ist ein zeitintensiver Prozess, die ganzen feinen Details anzulegen und dabei die Regelmäßigkeit der Muster nicht ganz außer Acht zu lassen. Irgendwann (oder leider) schleicht sich dann auch ein gewisser Belastungsschmerz in die Muskeln der Arbeitshand … Trotzdem war die LETZTE PLATTE nach einem fünfstündigen Radiernadelmarathon fertig für’s Säurebad. Jippieh!

Gedruckt wird aber erst im kommenden Jahr. Das Motiv und ich brauchen nach der intensiven Beschäftigung der vergangenen 8 Wochen ein bisserl Distanz und meine Augen und Hände etwas Ruhe.

Editionsproduktion 2018

Während die neue Radierung langsam gedeiht und Platte für Platte bearbeitet wird, nehme ich mir zwischendrin die Zeit, Drucktage einzulegen und ein paar Editionen zu drucken. Also kleine Auflagen:  maximal 5 – 7 Exemplare pro Edition.

Hier ein erster Eindruck:

 

 

Schritt 2⅔: und noch weiter geht’s

Telefonat mit A.:

“Na, die Oberarme sind jetzt fertig gesägt und geritzt und müssen am Montag in die Säure.”

“Mann, das klingt ganz schön brutal, wenn man nicht weiß, worum es geht!”

Am Montag waren die Oberarme also in der Säure. Natürlich mußte ich den Moment auskosten und einen richtig schönen Probedruck machen.

Voilà!

Schritt 2½: Weiter geht’s

Bilanzieren: ach ja…

6 von 16 Platten fertig gesägt, 4 davon geätzt. Allerdings sind es die kleinsten Platten der Komposition. D.h., die kommenden Segmente sind deutlich aufwendiger zu produzieren und werden dementsprechend mehr Zeit in Anspruch nehmen. Mal sehen, ob ich es in diesem Jahr schaffe.

Schritt 2: Los ist’s gegangen

In den vergangenen Wochen habe ich einen Entwurf für eine 16teilige Radierung gemacht, die aus einzelen Freiformen besteht. Die beiden Hände – die filigransten Freiformen – haben den Anfang gemacht. Ich war mich nicht sicher, wie stabil das Kupfer bleibt, wenn es zersägt, geätzt und dem Walzdruck ausgesetzt wird. Nach dem gestrigen Tag in der BBK-Druckwerkstatt (die Sommerpause ist zu Ende!) sind alle Zweifel ausgeräumt, so daß ich mich in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren (?) den 14 verbleibenden Geschwisterplatten zuwenden kann.

Naja, dieser Klima-kaputt-Brandsommer geht zu Ende, die Tage werden kürzer und kälter … da kann man sich auch einer Drinnenbeschäftigung zuwenden, oder?

BBK-Druckwerkstatt: neue Radierung

Version 1 | 3farbige Radierung, 5 Platten | Edition: 2 | Büttenpapier 60 x 40 cm

Version 2 | 5farbige Radierung, 5 Platten | Unikat | Büttenpapier 2x 60 x 40 cm

Nach zwei Drucktagen in der Druckwerkstatt des BBK sind zwei neue Radierungen in kleiner Auflage entstanden. Die Drucke sind aufwendig herzustellen, da sie aus 5 einzelnen Platten bestehen. Die blaue Version ist dreifarbig, die bunte Version sogar fünffarbig. Beide Versionen wurden in je 3 Durchgängen gedruckt. Abgesehen davon, daß die Platten gleichmäßig ausgewischt werden sollten, empfinde ich es nach wie vor als Herausforderung, daß Papier nicht mit meinen Dreckpfoten einzusauen. Keine Ahnung, wie andere Leute das bewerkstelligen, die bei der Vorbereitung nicht mal Handschuhe tragen …

 

 

Immatrielles Kulturerbe!

Seit diesem Frühling zählen die künstlerischen Drucktechniken – insbesondere Tief-, Hoch-, Flach- und Durchdruck – laut der deutschen Unesco-Kommsion offiziell zum immatriellen Kulturerbe unseres Landes, wie auch der Pfingsttanz, die Amateurmusikpflege und das Dokumentarspiel “Landshuter Hochzeit, 1475”. Jippieh! Die Falknerei, das Hebammenwesen und die Brotkulur reihen im übrigen auch dort ein. Ein Verzeichnis über alle Einträge existiert, und soviel sei vorweggenommen: eine wilde Mischung, aber unglaublich unterhaltsam und überraschend! Hier ist der Link zur Unesco-Pressemitteilung bezüglich der Neuaufnahme der künstlerischen Drucktechniken in die Riege der immateriellen Kulturgüter. Zukünftig wird mein Schaffen durch viel mehr Erfurcht geprägt sein angesichts der kulturhistorischen Relevanz! Oh, schwarze Kunst, die Du schon Jahrhunderte überdauert hast … endlich stehst Du auf DER Liste. Herzlichen Glückwunsch!

Nun zum praktischen Teil: Ich habe inzwischen 5 verschiedene Radierplatten vorbereitet, das Kupfer zurechtgesägt, die Kanten geschliffen, Vorder- und Rückseiten lackiert, das Motiv graviert, das Motiv im Säurebad geätzt und die Platten gereinigt. Ein zeitinsensives Unterfangen! Bei zwei Druckterminen habe ich mal flüchtig erprobt, was die neuen Platten so hergeben, und bin sehr zufrieden mit den Resultaten. Bis zum nächsten Termin in der Druckwerkstatt  ist glücklicherweise noch Zeit, so daß ich mir in Ruhe Gedanken zur Farbgebung und zur Komposition machen kann.

 

 

 

Neue Radierung

 

Der erste Druck mit zwei fertigen Kupferplatten, ein Test nur, ist gemacht.

Das Ergebnis erscheint mir sehr vielversprechend. Da muß ich geschwind nur noch zwei, drei andere Kupferplatten zurechtsägen, feilen, lackieren, zeichnen, ätzen und reinigen … und schon ist alles bereit für eine Druckarie!