Schritt 2: Los ist’s gegangen

In den vergangenen Wochen habe ich einen Entwurf für eine 16teilige Radierung gemacht, die aus einzelen Freiformen besteht. Die beiden Hände – die filigransten Freiformen – haben den Anfang gemacht. Ich war mich nicht sicher, wie stabil das Kupfer bleibt, wenn es zersägt, geätzt und dem Walzdruck ausgesetzt wird. Nach dem gestrigen Tag in der BBK-Druckwerkstatt (die Sommerpause ist zu Ende!) sind alle Zweifel ausgeräumt, so daß ich mich in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren (?) den 14 verbleibenden Geschwisterplatten zuwenden kann.

Naja, dieser Klima-kaputt-Brandsommer geht zu Ende, die Tage werden kürzer und kälter … da kann man sich auch einer Drinnenbeschäftigung zuwenden, oder?

Schritt 2: Los geht’s

Die Sommerpause ist vorrüber. Seit einer Woche bin ich zurück und kann fortsetzen, was vor 4 Wochen liegengeblieben ist.

Alle Vorzeichnungen sind gemacht. Fleiß und Geduld und Hornhaut an den richtigen Stellen der Hände sind gefragt für’s Aussägen der Einzelformen für das neue Radierungsmotiv. Vier kleine Formen haben ich gestern geschafft unter Zuhilfenahme von Terry Pratchetts Audiobook „Men at arms“. Heute fühlen sich meine Hände an wie aufgepustete Gummihandschuhe … Wenn ich alle 16 Formen fertiggesägt habe, kann ich bestimmt Basketbälle zerquetschen.

Unterstützt „Vitrine01“!

08|2017: Vitrine01 im U-Bahnhof Birkenstraße zeigt „Spieglein, Spieglein“ von Ramona Taterra

Die Künstlerin und Kuratorin Franziska Harnisch betreibt seit einigen Jahren einen sehr ungewöhnlichen Ausstellungsort in Berlin: die Vitrine01, einem dreidimensionalen, 2 Kubikmeter großen, strahlenden Bilderrahmen auf dem U-Bahnhof Birkenstraße. Sie hat inzwischen fast 40  Künstlern, so auch mir, diesen Ort zur Verfügung gestellt und dazu eingeladen, im öffentlichen Raum im Herzen der Stadt Kunstwerke zu präsentieren. Sie ist nicht nur diejenige, die Künstler beruft, sondern auch vorort bei Installation und Abbau mithilft, parallel Einladungen verschickt und die sozialen Plattformen mit Inhalten zur jeweils aktuellen Ausstellung befüttert.

Um dieses Projekt weiterführen zu können, wurde vor einer Woche eine Crowdfunding-Kampagne initialisiert. Ich würde mich freuen, falls einer von Euch/Uns eine Spende für dieses Unterfangen abzweigen könnte, um die „Vitrine01“ auch im kommenden Jahr auf dem Bahnsteig leuchten zu sehen.

Hier geht es zu den Informationen zum Hintergrund und zukünftigen Vorhaben:

https://www.startnext.com/vitrine01-2018

„Unter dem Motto “Kunst ohne Umwege, Wartezeit statt Öffnungszeiten. Jeden Tag neu betrachten. Eintritt frei.” startete der unterirdische Projektraum vor 3 Jahren auf dem U-Bahnsteig Birkenstraße. Die Vitrine01 bietet durch ihre Lage einen Zugang zu Kultur quasi “im Vorbeigehen” (oder auch -fahren) für jeden. Der Projektraum ist ein Ort der spontanen Begegnung, des Austauschs und der Verständigung.“

Text: Franziska Harnisch

Vitrine01 in Action:

https://www.instagram.com/vitrine01/

https://www.facebook.com/vitrinenulleins/

Ach, fast hätte ich es vergessen zu erwähnen. Man kann, anstatt einfach nur etwas Geld zu spenden, über die Crowdfunding-Kampagne auch Kunst kaufen. Die zahlreichen Werke in der Kategorie „Dankeschön“ wurden von vielen Künstlern, die in den letzten Jahren in der Vitrine01 ausgestellt haben, zur Verfügung gestellt, als auch gespendet.

Sie ist angekommen

Foto: Jeremy Goldhaber-Fiebert

Endlich. Nach all den „Jahren“! Es hat nur dreieinhalb Wochen gedauert, bis die Zeichnung dann doch mal an ihrem Bestimmungsort eingetroffen ist. Der neue Besitzer ist ebenso erfreut wie ich und hat die „Springerin“ gleich zum Rahmenbauer gebracht.

Aussprengtechnik

Die Technik ist relativ einfach erklärt. Das Motiv wird mit Zuckertusche  gezeichnet. Wenn die Zeichnung getrocknet ist, wird das Metall komplett lackiert. Anschließend übergießt man das Metall mit heißem und auch mit kochendem Wasser, bis sich das Motiv durch den Zucker aus dem Lack „herausgesprengt“ hat. Ab diesem Schritt wird die Platte wie eine Aquatinta behandelt.

Mehrere Anläufe und mehrere Motive hat es gedauert, bis nun endlich ein Zwischenstand erreicht ist, den ich repräsentativ finde. Die Aussprengtechnik ist deshalb so interessant, weil man direkt auf dem Metall zeichnen oder malen kann. Dadurch sind die Linien lebendiger und kräftiger im Vergleich zu den Linien, die bei der Strichätzung entstehen.

Ich werde das Motiv mal noch weiterbearbeiten, um herauszufinden, wie gefällig diese störrische Technik noch werden kann und wie viele Phasen mein Testmotiv noch benötigt.