Tiger für den Markt

Tiger©Ramona_Taterra_2015

In der Jüterboger Nikolaikirche ist Weihnachtsmarkt. Ina Dautier, ihres Zeichens Grafikerin und Illustratorin, hat uns für dieses Jahr 1x eine Dosis Weihnachtsmarkt verordnet. Mein liebster Zeitvertreib ist das nicht, da ich den über die Jahre stärker und stärker anschwellenden Weihnachtswahnsinn relativ merk- und fragwürdig finde. Also werde ich den kommenden Sonntag als antropologische Feldarbeit in der vordersten Reihe betrachten … und uns Menschen in all unserer Seltsamkeit studieren.

Ein Gebot (Ed. 2/3)

Ein_Gebot_13©Ramona_Taterra_2015

Ein Gebot (ca. 39 x 74 cm, Kunststoff)

Der letzte Schritt – das B Ü G E L N – erwies sich viel einfacher, als erwartet. Normalerweise, und meine umfangreiche Erfahrung in diesem Metier basiert auf 3 frühere, sehr zeitintensive Aktionen, dauert der letzte Arbeitsschritt unglaublich lang und verlangt relativ ruhige Hände, starke Nerven und ein breitgefächertes Repertoire an mittel- bis schwerwiegenden Flüchen. Am besten arbeitet es sich deshalb allein, damit sich umstehende Freunde oder Kollegen kein allzu schlechtes Bild von einem machen.

Vermutlich verkürzte sich diese Phase entscheidend, weil ich das guuute Bügeleisen mit Dampfausstoß, ca. 18 verschiedenen Temperaturstufen und Textilerkennungssensorik gegen ein billiges Modell namens “Diva” eingetauscht habe. Die “Diva” kann heiß oder kalt, mehr nicht. Kein Dampf, keine Tefalbeschichtung, kein Silence-Mode. Eine weitere Neuerung bestand darin, daß ich die Matrize am Tisch festgeschraubt habe. Tada! Statt 6 Stunden dauerte es diesmal nur anderhalb. Anstatt sich die Bügelperlen hin- und herverzogen, in Bröckchen verschmolzen und umfielen, in größeren Inseln auf dem Untergrund umherglitten und sich aufwölbten und manche gar im Nichts verschwanden, blieb die Angelegenheit relativ zivilisiert – bis auf eine Brandblase (am Ellenbogen!?) und einem Schnitt in den Finger (ja, mit dem Bügeleisen!).

Und weil ich gerade einen so guten Lauf habe, werde ich wohl die letzte Editionsnummer auch gleich noch in Angriff nehmen. Ist ein schön ausgetretener Pfad hier…

In diesem Sinne: ein schönes Allerheiligen!

(Ganz hübsches Frühwerk vom Lars, oder?)

Copy paste (Tag 1)

Die Arbeit “Ein Gebot” ist eine dreiteilige Edition, die schon ein paar Jahre (3 oder 4) alt ist. Da ich mir nie die Zeit genommen habe, die beiden weiteren Kopien zu machen, muß ich mich nun ein wenig beeilen. Am 20. November 2015 wird die erste Editionsnummer versteigert. Bis dahin sollte ich die Zeit nutzen, wenigstens eine weitere Kopie zu produzieren. Besser ein Original vor der Nase zu haben, als sich beim auf-ein-Foto-starren die Augen beim Abzählen der Bügelperlen zu verderben … Ich bin mal gespannt, ob es bis Sonntag schaffe.